Wie alles begann – Eine kleine Lebensgeschichte

Ich glaube ich war schon immer auf der Suche und eigentlich auch nicht. Als Kind war es eher eine freudige Erwartung auf das was mir gefühlt bevorstand.

Ich glaube ich war ein zufriedenes Kind. Hatte ich zwar wünsche der materiellen Art war es aber auch nicht tragisch diese nicht erfüllt zu bekommen. Ich wurde geliebt und doch auch zum großen Teil in Ruhe gelassen. Was mir zwar gefiel, mir aber auch ein Gefühl des Alleinseins bescherte. Ich nahm immer Rücksicht auf mein Umfeld, spürte ich doch die Gefühle meines Gegenübers stärker als meine eigenen. So war es kein Wunder das ich weniger auf mich achtete als auf meine Umwelt, denn ging es den Menschen um mich herum gut, so ging es auch mir gut.

Was soll das Drama?

Schon früh fühlte ich mich anders. Das Verhalten meiner Umwelt ließ mich ratlos zurück; was sollte dieses ständige Drama? Um zu verstehen begann ich mein großes Forschungsprojekt: menschliches Verhalten. Wir reden hier von meinen ersten 20 Lebensjahren und ja, ich habe verdammt früh damit angefangen. So früh das ich nicht einmal sagen könnte wann genau das eigentlich war!

Die Beobachtung meiner Umwelt und der Wunsch die Beweggründe dieser zu verstehen bestimmten mein Leben. Ich ging gerne zur Schule; liebe ich doch alles Neue. Leider ging es ein bisschen langsam voran. Auch traute ich mich nie meine Antworten zu geben, unterschieden sich diese doch extrem von dem was meine Mitschüler so von sich gaben. Also schwieg ich lieber um nicht negativ aufzufallen. Was das Wissen um Stundenplan, Hausaufgaben und andere organisatorische Dinge anging war ich die Referenz. Anne wusste alles und hatte auch immer eine Schere dabei. Ich war vorbereitet. Das brachte mir doch ein wenig Respekt von meinen Mitschüler ein.

Ansonsten hatte ich mit diesen recht wenig zu tun. Ich hatte meine beste Freundin, das war alles was ich brauchte. Die anderen waren mir einfach suspekt. Mit ihrem Verhalten und überhaupt. Aber dieser Eindruck beruhte auf Gegenseitigkeit, also war das ok. Man lies mich in Ruhe. Auch wenn man mich teils bewunderte zum größeren Teil aber auch nicht ernst nahm. Was wusste ich denn schon… Das führte dazu das ich mich nirgendwo beteiligte. Wer mich nicht ernst nimmt, hat meine Fähigkeiten auch nicht verdient.
Ich war jedoch nicht ganz untätig. Ich nahm an einer „Ausbildung“, wenn man das in der Schule so nennen kann, zum Streitschlichter teil. Leider konnte ich diese Fähigkeiten in der Schule nie einsetzen. Später war ich für das Layout unserer Schülerzeitung zuständig. Außerhalb meiner Klasse war man nämlich durchaus an meinen Fähigkeiten interessiert.

Abi und nu?

Aus Mangel einer besseren Idee machte ich mein Abi. Und dann stand ich da… was tun? Die erste Idee war Tierpsychologin zu werden. Denn Menschen sind doof und anstrengend, mit denen wollte ich so wenig wie möglich zu tun haben. Ich wollte zwar auch immer etwas mit Pferden machen ❤️ wusste aber nie recht was. Mit dem traumhaften Abischnitt von 3.7 konnte ich ein Biologiestudium allerdings vergessen. Das war auch besser so. Ich fühlte mich alles andere als studiumsgeeignet.

Ich nahm mir erst einmal bewusst eine einjährige Auszeit. Mein Vater hatte dafür wenig Verständnis. Doch ich musste mich erst einmal von allen Fremdenergien meiner Schulzeit befreien um zu sehen, wer ich denn eigentlich war!

Ich überlegte und überlegte und probierte das ein oder andere aus. Versicherung, Pferdestall, Film- und Videoproduktion… letzteres hat auch viel Spass gemacht. Ich zog ein Designstudium in Betracht, leider bekam ich nie eine Mappe zusammen… sollte wohl nicht sein. War auch besser so! Schon wieder…

Nach knapp 1 1/2 Jahren wurde es langsam eng. Ich brauchte doch eine Ausbildung! Meine Bewerbungen als Mediengestalter trafen nur auf taube Ohren. Da kam es wie es mir immer passierte, die Antwort fand mich. Mir wurde ein Praktikum als Fachinformatiker angetragen.

Informatik interessierte mich schon lange. Hatte ich dazu ja schon ein Schulpraktikum abgelegt und das Schulfach sogar im Abi gehabt. Also, na klar wollte ich das machen!
Ich fühlte mich dort richtig wohl und nach ein wenig hin und her durfte ich im darauf folgenden Jahr dort meine Ausbildung beginnen.

Eine Ausbildung bitte!

Dort fühlte ich mich wohl zum ersten Mal von meinen Mitschülern in der Berufsschule wertgeschätzt. Man hörte mir zu und glaubte mir, eine ganz neue Erfahrung. Leider traten in dieser Zeit auch Probleme zu Tage die zu Schulzeiten nie auffielen; Blockaden. Massive Blockaden.

Ich war auch in der Schule öfter unfähig bestimmte Aufgaben zu erledigen. Nicht das ich nicht gewollt hätte, aber verdammt ich wollte nicht! Ich war neugierig und hatte alle Motivation zusammengekratzt die ich fand, die auch voll ausgereicht hätte, wumms. Blockade. Null Chance auch nur ein Buch aufzuschlagen um mich damit auseinanderzusetzen… ich glaube ich habe ab der 5. Klasse im Grunde keine Hausaufgaben mehr gemacht…

Nun kommen und gehen Hausaufgaben so schnell, dass es nicht wirklich auffällt wenn man blockiert ist. Der Grund verschwindet einfach am nächsten Tag, dann ist auch die Blockade weg.
In der Ausbildung verschwanden Aufgaben nicht wenn man grade nicht konnte… Die Aufgabe war da, die Blockade kam auch irgendwann und da saß ich dann; bei einer Tätigkeit die mir durchaus gefiel und die ich auch erledigen wollte, aber irgend etwas ließ mich partout nicht fertig werden. Ich war extrem frustriert. Ich wollte doch etwas leisten! Warum ging das nicht?! Ich habe hin und her, vor und zurück spekuliert. Ich war irgendwie überfordert und gleichzeitig unterfordert. Hä? Wie geht denn das? Es geht, leider.

Trotzdem schaffte ich es mit gutem Abschluss durch die Ausbildung, auch wenn meine Betreuer ziemlich frustriert gewesen sein müssen, aber mangelnde Kommunikation, möglicherweise in beide Richtungen, ist ein echtes Hindernis!

Da stand ich also als frisch gebackene Fachinformatikerin für Anwendungsentwicklung und… wusste nicht was damit anfangen… auch hier, schon wieder!
Ich hatte zwar viel Spass mich ein wenig mit 3D Animation auseinanderzusetzen und Homepages basteln fand ich auch toll, aber wollte ich das machen? Irgendwie nicht. Die Bewerbungen die ich schrieb blieben erfolglos. Da ich nicht scharf darauf war gleich Arbeitslos herumzusitzen dachte ich daran doch noch zu studieren.

Wie das Leben so spielt begann ich kurz darauf mein Studium der Medieninformatik. Das erste Semester war genial. Leute mit denen ich mich auf’s wunderbarste verstand und Themen die ich spannend fand. Bald fand mich das Thema Hochsensibilität und war auch schnell wieder vergessen. Und dann kamen die Zweifel. Was machte ich da eigentlich? Und warum? Wo wollte ich damit hin? Eine ganze Weile konnte ich mir einige Antworten geben, aber diese bröckelten schon sehr bald und ich fragte wieder, was sollte das alles? Warum konnte ich nicht einfach Karriere machen? Zu dumm war ich wohl nicht…

Bis ich im September 2013 beschloss endlich Antworten zu finden!

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