Innere Widerstände auflösen

Loslassen - Der Pfad widerstandsloser Kapitualtion
Vor einiger Zeit kaufte ich mir das rechts abgebildete Buch. Es fiel mir in der Buchhandlung in die Hände, als wäre ich ausschließlich wegen dieses Buches dort gewesen. Seitdem sind exakt drei Monate vergangen. In dieser Zeit hat sich bei mir unendlich viel bewegt. Ich begann das Wesen der Angst und der anderen negativen Emotionen zu begreifen. Ich ging in tief vergrabene Gefühle und entdeckte Annahmen über mich, die mir völlig unbekannt gewesen waren.

Es ist eine interessante Entdeckungsreise in die eigene Gefühlswelt. Dabei tauchten immer wieder alte und neue Fragen auf. Wie gehe ich mit meiner Verlustangst um? Welche Widerstände habe ich gegen Geld? Ganz allgemein, gegen was stelle ich mich normalerweise so? Da wird einem schnell klar, man ist hauptsächlich damit beschäftigt etwas nicht zu wollen. Oder man grübelt die ganze Zeit, wie man etwas ganz bestimmtes erreicht. Beides Beschäftigungen, die den Alltag nicht unbedingt mit Freude erfüllen. Oft kombiniert man auch beides und versucht ein Ziel zu erreichen, in dem man etwas anderes vermeidet. Wenn man das so liest, klingt das reichlich anstrengend und wenig zufriedenstellend.

Den Widerständen den Wind aus den Segeln nehmen

Mir fällt immer mehr auf, dass das gehasste Gefühl der Hilf- und Ratlosigkeit, genau daher rührt; aus den Widerständen, gegen alles mögliche und unmögliche. Kleines Beispiel gefällig? Ich habe zwei Katzen. Ganz wunderbar verkuschelte Fellknubbel. Wie jedes Lebewesen produzieren auch meine Katzen Ausscheidungen. Diese waren, bis vor ca. einem halben Jahr, auch kein Grund zur Sorge. Für mich aus heiterem Himmel, tauchten dann hier und da angepinkelte Textilien auf. Hm, gut, ich war noch nie sonderlich regelmäßig beim reinigen der Katzenklos, aber so schlimm war es ja nun auch nicht… Nichts was die Katzen nicht gewöhnt wären und sie nie gestört hätte. Tja, nun scheint sich etwas verändert zu haben. Immer häufiger finde ich ein bepinkeltes Textil. Zum Glück noch nichts was sich nicht waschen und dann einfach wegräumen ließe. Doch was ist, wenn alles außer Reichweite geräumt ist und nur noch die Bettdecken übrig bleiben? Bei Zeiten muss also etwas passieren.

Mein widerstandserproptes Gehirn fängt auch gleich an, mir Vorschläge zu machen. Na dann müssen wir die Katzen halt erwischen und irgendwie verhindern, dass sie weiter anderes als das dafür vorgesehene Klo für ihre Geschäfte benutzen! Haha! Bis jetzt habe ich nicht eine der beiden dabei beobachtet, wie es zu einer neuen Pfütze kam. Wie sollte ich das also anstellen? Es will mir absolut nichts einfallen, wie ich den Katzen wieder abgewöhnen kann, was sie wohl als notwendig erachten. Und unisono, stellt sich auch gleich wieder die Hilflosigkeit ob der gegebenen Situation ein. Toll. Da ich jetzt aber besser weiß, was so ein Widerstand ist und wie man damit umgeht, erkenne ich den Mistkerl natürlich sofort. Es gäbe nämlich eine recht hilfreiche Lösung. Einfach mal das Katzenklo häufiger reinigen. Ha! Und genau da steckt der Widerstand! Es besteht nämlich keinerlei Einsicht, das Klo auch nur ansatzweise häufiger zu reinigen wie bisher. Die Katzen sollen gefälligst einfach die wilde Pinkelei bleiben lassen. Aber ich möchte an meinem Verhalten bitte nichts ändern. Warum denn auch, pöh. Jaja, so geht’s ab in meinem Kopf. Natürlich ist mir völlig klar auf was es in Zukunft hinaus laufen muss. Nur wie mache ich das dem kleinen Widerstand in meinem Kopf klar?

Widerstände ganz auflösen

Im Grunde ist das sehr simpel. Ich fühle einfach den Widerstand. Ich schaue ihn mir so genau an wie möglich. Jedes Gefühl das in diesem Zusammenhang auftaucht, wird wahrgenommen. Mehr nicht. Und das klingt gleichzeitig leichter und schwerer als es tatsächlich ist. Es ist schwer, weil wir, gerade zu Beginn, uns unsere Gefühle gar nicht eingestehen wollen. Sie sind uns unangenehm, also schieben wir sie weg. Weggeschobenes kann man aber nicht wahrnehmen. Wenn man diese Hürde genommen hat, wird es leicht. Man fühlt jetzt einfach das was da ist.

Jeden Widerstand aufgeben?

Klar, denkt man sich. In so einer Situation, wie mit meinen Katzen, sollte man das intelligentere und vor allem machbare tun. Man passt sich an die neue Situation an und ändert eben sein Verhalten, damit es reibungslos weiter gehen kann. Aber jeden Widerstand aufgeben? Muss ich mir nun wirklich alles gefallen lassen? Einfach immer zurücktreten, wenn es schwierig wird? Nein. Das ist nicht damit gemeint. Hier geht es um die inneren Widerstände, der eigenen Gedanken und Gefühle. Diese gilt es aufzulösen. Wenn ich mich gegen etwas wehre, was aber halt gerade so ist, sollte ich damit aufhören. Das gibt mir die nötige Freiheit und Kreativität, eine passende Lösung zu finden, die nicht durch Ängste eingeschränkt wird und am Ende eine positive Entwicklung für mich bedeutet.

Diese Entwicklung kann ich nun jeden Tag beobachten. In dem Maße wie meine Widerstände schwinden, werde ich immer freier und handlungsfähiger. Die Ängste reduzieren sich und ich werde nicht mehr ständig von Zweifeln geplagt, die früher jeden Vorstoß zum Handeln zunichte machten. Ich bin endlich wieder in der Lage, neue Artikel zu schreiben und meiner neuen Leidenschaft zu folgen, dem Lektorat von Romanen.

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