Die äußeren Umstände – Oder warum planen sinnlos ist

Warum planen für einen Scanner keinen Sinn macht, habe ich hier schon beschrieben. Unabhängig davon, dass man viele Ideen hat und einem ständig etwas Neues in den Kopf kommt, gibt es da noch etwas anderes das einen zur Verzweiflung bringen kann, wenn man etwas planen möchte. Jeder kennt sie, jeder hat sie schon verflucht und doch sind wir machtlos gegen sie.

Die äußeren Umstände

Oft regt man sich dennoch auf. Es ist aber auch ärgerlich, wenn man sich etwas fest vorgenommen hat und dann passiert etwas. Irgendetwas. Wenn es etwas Gutes ist, kommen wir über den Verlust unseres Planes vielleicht besser weg, aber doof ist es allemal. Gemein wird es, wenn man nicht nur alleine an diesem Plan hängt, sondern andere Menschen mit einbezogen hat. Dabei reicht es ja schon, wenn man ein Vorhaben groß angekündigt hat. Nun wartet alles… und nichts passiert. Autsch. Fühlt sich blöd an. Passiert aber.

So ist es mir schon häufig gegangen. Ich hatte einen Plan, eine Idee und auch einen groben Zeitplan im Kopf. Ich erzähle stolz davon und dann… kommt mir wieder irgendetwas dazwischen. Zum aus der Haut fahren ist das. Aber was soll ich tun, Umstände sind Umstände. Da machste nix dran. Zum Glück bin ich ein gelassener Mensch, ich stecke das ganz gut weg. Wenn da nicht diese Gedanken wären… dann fühle ich mich so unwohl, dass ich mich damit gleich für die nächste Sache blockiere. Aber Gefühle bekommt man auch wieder in den Griff. Es dauert meist nur ein bisschen.

Selbstgemachte Umstände

Nun gibt es verschiedene Arten von Umständen. Die einen passieren eben. Man hat keinerlei Einfluss darauf. Termine werden abgesagt, Unfälle passieren und was es sonst noch alles Unvorhersehbares da draußen gibt. Aber dann gibt es noch eine zweite Art von Umständen. Ja, auch Frauen sind manchmal 9 Monate davon betroffen, aber davon ist jetzt hier nicht die Rede. Wobei auch die in beide Kategorien passen, je nachdem wie es dazu kam. Nun aber zurück zu den selbst gemachten Umständen. Solch einer ereilte mich Anfang Dezember 2014.

Iron

Mein vierbeiniger Umstand, Iron.

Ich hatte einen wunderbaren Plan. Erst würde ich endlich eine eigene Telefonnummer für mein Mentaltraining bekommen, dann könnte ich auch endlich die Visitenkarten drucken lassen und bis Mitte Dezember meine Webseite erweitern. Im neuen Jahr würde ich dann mein Mentaltraining anmelden und endlich so richtig loslegen. Du ahnst es schon, es kam etwas dazwischen. Dieses etwas hat vier Beine und hört auf den Namen Iron. Vom einen auf den anderen Tag zog der junge Mann bei mir ein. Vorbereitungszeit? Was für Anfänger. Da er schon einiges hinter sich hat, ist er auch nicht ganz einfach und beanspruchte meine komplette Zeit. Dahin war meine schöne Planung. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Es dauert eben alles nur wieder länger.

Manchmal frage ich mich, ob die Dinge nicht einfach so sein sollen und sich schon zum richtigen Zeitpunkt alles zusammen findet. Immerhin ist mir mein Traumhund einfach so ins Auto gehüpft. Planbar war das auch nicht. Im Gegenteil habe ich einfach nur eine Gelegenheit wahrgenommen. Dadurch sind mir schon die tollsten Dinge passiert. Diese Geschichte hat mir jedenfalls mal wieder gezeigt, wie sehr man doch seine Zeit mit Dingen verschwendet, die man nicht voraussehen kann.

Eigentlich dachte ich, ich hätte das Planen bereits an den Nagel gehängt, nachdem was mir im letzten Jahr passiert ist (dazu ein anderes Mal mehr), scheinbar doch noch nicht so ganz. Das wird wieder einer dieser Glaubenssätze sein, die man so im laufe der Jahre ins Gehirn geprügelt bekommt. Man muss doch planen um sich vorzubereiten was da kommt. Meine Kristallkugel funktioniert immer noch nicht zuverlässig und fristet ihr Dasein als Deko und bei anderen scheint es auch nicht besser zu laufen. Ersten kommt es anders… mehr muss ich dazu nicht sagen, die Erfahrung dürfte jeder schon gemacht haben.

Wenn nicht planen, was dann?

Einfach so vor sich hin leben, Gelegenheiten nutzen? Nein, das macht auch nicht glücklich. Was man braucht ist ein Ziel, kein Plan. Ich habe mein Ziel vor Augen und ich weiß, ich komme dorthin. Dabei kenne ich weder den Weg, noch die Zeit die ich dafür brauchen werde. Wer weiß schon welche Gelegenheiten mir unterwegs begegnen und was ich verpasse, wenn ich mich an einen Plan halte und mit Scheuklappen darauf zu stürme. Wahrscheinlich bin ich eher am Ziel, aber wird der Weg genauso schön gewesen sein? Werde ich Dinge erlebt haben, die ich in vielen Jahren noch erzählen kann? Vielleicht. Ich lebe lieber jetzt. Denn wenn ich ein Ziel erreicht habe, wartet schon das Nächste, und das Nächste, und das… , und ich habe nicht vor durch mein Leben zu jagen. Dafür ist die Landschaft viel zu interessant und das was am Wegesrand zu bestaunen ist.

Natürlich gibt es Dinge, mit denen kann man sich nicht ewig Zeit lassen. Und sich auf verschiedene Möglichkeiten vorzubereiten ist auch nicht verkehrt. Man sollte es nur nicht übertreiben, denn man kann sich einfach nicht auf alles vorbereiten. Man muss das Leben auch einfach mal so passieren lassen. Dieser Kontrollwahn ist einfach nur anstrengend und unlustig.

Ich werde mein Ziel, Visitenkarten drucken, Webseite erweitern, Mentaltraining anbieten, nicht aus den Augen verlieren. Und ich will das dieses Jahr noch schaffen. Was ein Glück das es grade erst angefangen hat. Ich habe also Zeit mich auch am Wegesrand umzuschauen und Gelegenheiten wahrzunehmen. In diesem Sinne, ein frohes neues Jahr!

Welche Umstände haben deine Pläne schon vereitelt und wie bist du damit umgegangen?

 


 

Nachtrag: Die Umstände haben wieder Zugeschlagen

Geschrieben habe ich diesen Artikel bereits vor zwei Wochen. Ich war so stolz und glücklich wieder etwas geschrieben zu haben. Mal eben zur späteren Korrektur abspeichern, im laufe des Tages noch einmal lesen und dann veröffentlichen. Pustekuchen! Es hat zwei Wochen gedauert bis die „Umstände“ es endlich zulassen, dass ich zum Korrekturlesen komme.

Was mir wieder dazwischen gekommen ist? Naja, hat vier Beine und kotzt, ähm hört, auf den Namen Iron. Der Kleine hatte sich Magen-Darm gefangen. Da galten meine Gedanken natürlich seiner Gesundheit. Nun ist er aber wieder fit und fegt durch die Gegend. Endlich die Gelegenheit diesen Artikel auf den Weg zu bringen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.