Weltschmerz – Wenn nichts mehr geht

Er hatte mich mal wieder gepackt und wenn ich nicht aufpasse, ist er auch ganz schnell wieder da. Der Weltschmerz. Manchmal werden die Schreckensnachrichten unserer Zeit so übermächtig, dass scheinbar nichts anderes mehr existiert. Es kostet mich dann große Mühe noch die schönen Dinge zu sehen. Im Angesicht so vieler Probleme fühle ich mich hilflos, als wäre ich der einzige Mensch der etwas dagegen unternehmen kann. Ich bin verzweifelt, weil ich die vielen Dinge sehe, die falsch laufen und einfach keine Ahnung habe, wie man das wieder beheben soll.

In diesen Phasen bin ich absolut deprimiert und sehe einfach keinen Ausweg. Wie auch, kann ich als Einzelperson ja nicht die ganze Welt auf einen Schlag retten. Mein Kopf sucht trotzdem die ganze Zeit nach Auswegen. Was kann ich tun, wo soll ich mich engagieren? Und so drehe ich mich im Kreis, weil ich keine Antwort finde. Es gibt so vieles was wichtig ist, wie könnte ich mich da für eine Sache entscheiden? Und doch hilft es nicht weiter, wenn ich tief betrübt zu Hause sitze und gar nichts mehr zustande bringe. In solchen Momenten komme ich mir furchtbar depressiv vor, aber dann bemerke ich, dass ich zwar deprimiert bin, dies jedoch definitiv keine Depression ist. Ich fühle einfach mit, mit so vielen Menschen denen schlimmes Widerfahren ist. Ich möchte helfen und weiß doch nicht wie. Für einige Zeit finde ich auch keinen Ausweg aus diesen Gefühlen, doch dann fange ich an, die Situation von anderer Seite aus zu betrachten.

Was ich tatsächlich tun kann

Das große Problem ist ja, dass ich versuche alle Probleme zu lösen und mich nicht für eins entscheiden kann. So viele Probleme und so wenig Zeit. Aber dann kann ich mir die Frage stellen, bin ich denn wirklich alleine verantwortlich? Sicher nicht! Ich bin ja nun nicht der einzige Mensch, sonst gäbe es diese Probleme wohl auch gar nicht. Wir sind viele, also muss ich diese Probleme nicht alle und auch nicht alleine lösen. Bleibt aber immer noch die Frage, welchem Problem ich mich denn eigentlich zuwenden will. Natürlich kann man sich in vielen Projekten durch spenden engagieren, das kommt für mich jedoch nicht in Frage. Die vielen unterstützenswerten Projekte da draußen sind wunderbar und kümmern sich um wichtige Dinge, aber dann habe ich wieder dasselbe Problem, ich kann mich nicht für eins entscheiden.

Aber was kann ich dann tun? Gar nichts kommt ja auch nicht in Frage. Das erste was ich tun kann, ist bei mir selbst anzufangen. Wie jetzt, bei mir selbst? Wie hilft das denn anderen? Na, am Anfang erst mal mir selbst und damit auch meinem direkten Umfeld. Meinen Freunden und der Familie. Wenn es mir selbst gut geht, kann ich dort schon helfen, wo Bedarf besteht. Vielleicht habe ich Fähigkeiten, die gebraucht werden. Wie soll ich die nutzbringend einsetzen, wenn ich diese Fähigkeiten gar nicht kenne? Ich denke, in jedem von uns stecken solche Fähigkeiten. Dinge die wir gut können, die uns leicht fallen und bei denen sich andere nur quälen. Wir sind es den anderen also schuldig unsere Fähigkeiten zu erkennen, auszubauen und zu nutzen. Über die Zeit erreichen wir damit mehr Menschen als nur unser direktes Umfeld und tragen so zum größeren Ganzen bei. Nicht jeder muss alles können oder sich für alles einsetzen. Es reicht schon, wenn jeder bei sich anfängt und das tut, was für ihn besonders wichtig ist. Bei dem einen sind das die Pflege seiner Tiere und Pflanzen, der nächste geht in die Forschung und sammelt Wissen, ein anderer folgt seiner Leidenschaft für Holz und weiß alles darüber. Jeder hat eine Leidenschaft und diese nützt denen mit einer anderen Leidenschaft, so wird ein Ganzes daraus.

Also wende ich mich wieder mir selbst und meiner Leidenschaft zu. Ich gehe den Dingen auf den Grund. Vornehmlich Dingen die in unseren Köpfen ablaufen. Gedanken und Gefühle. Und damit auch allem, was damit zusammenhängt. Blockaden, Zweifel, Freude, Ideen, Angst und so einiges mehr. Der Weltschmerz versteckt sich zwar hinter der nächsten Ecke, aber wenn ich bei mir und meiner Leidenschaft bleibe, tue ich was in meiner Macht steht um die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Ein Kommentar

  1. Pingback:Aus dem Leben einer Hochsensiblen… | Hochsensibel und Multipassioniert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.