Was aus dem Geschirrberg-Monster wurde

Vor einigen Wochen berichtete ich von einer einfachen Idee, wie man sein Geschirrberg-Monster besiegen könnte. Einfach am Abend das am Tag angefallene Geschirr spülen, Küche aufräumen, fertig.

Mein Geschirrberg-Monster und ich

Nun, jetzt wär es ja schön, sagen zu können „hey, das hat bei mir super geklappt, ich bin mein Monster los!“, dem ist leider nicht so *schnief*, trotzdem habe ich mich nicht auffressen lassen. In der ersten Woche nach dem Artikel ging erstmal gar nichts. Kein Abend an dem ich es irgendwie geschafft hätte, mich in die Küche zu begeben um mich den drei Tellern und fünf Messern zu stellen. Es wurden zum Glück auch erstmal nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Jeden Abend dachte ich bei mir „na komm, geh in die Küche, mach den Kleinen den gar aus bevor ein richtiges Monster draus wird.“, aber nö, keine Chance. Es durfte sich erstmal ein kleines Monster bilden, bevor ich mich dazu bringen konnte mit ihm ein Pläuschchen zu halten.

Die ganze Zeit über habe ich mich gefragt, warum ich so süßen kleinen Geschirr-Monstern direkt mit dem Spülschwamm zu Leibe rücken sollte. Es ist mit Sicherheit eine schöne Angewohnheit, immer eine saubere Küche zu haben. Macht auch einen richtig tollen Eindruck. Aber brauche ich das wirklich? Stört es mich wirklich so sehr, wenn die ganze Küche voll steht und ich beim Betreten Angst bekomme, dass ich gefressen werden könnte? Klingt jetzt vielleicht furchtlos, aber eigentlich stört es mich persönlich nicht so sehr. Huch, wie jetzt? Hat es mich nicht beim letzten Mal noch so richtig genervt? Hat es durchaus, aber es hat ja seinen Grund, warum ich nicht direkt alles spüle und wegräume, oder nicht? Bis zu einem gewissen Punkt stört es eben nicht und wäre unnötiger Aufwand für mich, nur aus Gründen des ‚man hat halt die Küche sauber zu haben‘ mich zu zwingen genau das zu tun. Und den Punkt, an dem es sich von ein paar Tellern in ein wahres Monster verwandelt, gilt es herauszufinden.

Das Verhalten von Geschirrberg-Monstern wird unter die Lupe genommen

Ich überlegte mir also eine Versuchsreihe in der ich dem Phänomen von Geschirr und seiner Tendenz, sich in Monster zu verwandeln, auf den Grund gehen wollte. Sprich, ich ließ so lange alles rumstehen, bis sich gefühlt ein Monster zu bilden begann. Jedes Mal wenn ich in die Küche ging, schaute ich mich um und prüfte, wie weit sich das Geschirr bereits weiterentwickelt hatte. War es einfach nur Geschirr, war alles gut, es durfte stehen bleiben. Doch ab einem gewissen Punkt überkam mich Unruhe beim betrachten meines Bestecks. Hatte da ein Messer gezuckt? Schaute mich dieser Teller verstohlen von der Seite an? Ich war mir nicht ganz sicher, aber das schien der Punkt zu sein, den ich gesucht hatte. Das Monster war dabei sich auszubilden.

Nun kam Phase 2. Das Monster regte sich zwar langsam, war aber noch zu ungeschickt um wirklich Schaden zu verursachen, also blieb noch Zeit. Die Frage war nur, wieviel Zeit? Der geneigte Forscher ist geduldig und beobachtet das Objekt seiner Begierde fleißig weiter. Ich verschärfte also meine Beobachtungen beim Betreten der Küche und bereitete mich langsam drauf vor zum Schwamm zu greifen und mich dem Monster zu stellen. Ich musste so langsam wirklich Zeit finden endlich zu spülen, wollte ich nicht doch Futter für’s Geschirrberg-Monster werden. Es wird dich sicher freuen zu lesen, dass ich seit dem Beginn dieser Experimente selten gebissen wurde. Natürlich gab es Rückschläge. Kaum wartet man einen Tag zu lange ist alles zu spät und man muss sich in einen regelrechten Kampf stürzen. Aber meine Beobachtungsgabe und Technik hat sich seither immer mehr verbessert, so dass ich mittlerweile in der Lage bin, die Zeit ‚dazwischen‘ abzupassen und einfach nur zu spülen. Die Versuchsreihe ist noch nicht vollends abgeschlossen und ich sammle weiter Daten, um die Entwicklung von Geschirrberg-Monstern noch exakter vorher sagen zu können. Vielleicht kannst du mir mit deinen eigenen Beobachtungen weiterhelfen. Schreibe mir doch in einem Kommentar wie sich dein Monster so entwickelt, damit ich das in mein Abschlussgutachten mit aufnehmen kann.

2 Kommentare

  1. Hallo Anne,

    ich musste innerlich soooooooo breit Grinsen – herrlich!

    Schau mal, ich habe einen eigenen Post mit ähnlicher Thematik verfasst:
    https://hochsensibel1753.wordpress.com/2014/12/28/raumt-ihr-auch-so-gerne-auf/

    Vielleicht liegt es an der Stupidität und der fehlenden Kreativität der Handlung des Aufräumens und Saubermachens?

    Liebe Grüße,
    Julia

    • Hey Julia!
      Bis jetzt konnte ich den Artikel nur kurz überfliegen, aber das mit der Pyramide find ich gut!
      Wenn ich mal wieder wochenlang alles liegen gelassen habe, fange ich auch eins nach dem anderen an 🙂 Ansonsten ist es mir direkt wieder zu viel!

      An sich mag ich diese Stupidität zwischendurch sogar gerne 😀 Entspannt irgendwie und ich kann mal abschalten.

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