Endlich wieder ichselbst!

Oder zumindest wäre es doch schön, sowas behaupten zu können. Ein Coaching und schwups, alles wieder gut. So einfach war es dann leider doch nicht… Aber fangen wir von vorne an.

One Coaching to heal them all

Es war ja die Woche vor meinem Coaching. Ich hatte mich endlich mit dem Thema Scanner auseinandergesetzt und meine Dokumente abgeschickt. Bei diesen Dokumenten handelte es sich um meine Lebensgeschichte, meinem gewünschten Coaching Ergebnis und den Dingen die ich ändern wollte, oder eben auch nicht. Es hat mich ganz schön viel Zeit gekostet meine Lebensgeschichte zusammen zu bekommen. Sich in lang vergangene Erinnerungen zu vergraben ist nicht so einfach. Da kommt vieles wieder hoch und will verarbeitet werden. Nachdem ich einen Tag schrieb musste ich auch einen Tag Pause machen. Mehr war geistig einfach nicht drin. Alles in allem war es jedoch eine super Sache. So musste ich mich mal wieder intensiv mit meiner Vergangenheit auseinander setzen. Das besondere an dieser Lebensgeschichte war ja nun, dass ich diese unter einem bestimmten Aspekt schreiben sollte. Wer oder was hatte mich geprägt. Ich hatte mich auf die Sache mit dem Wer, konzentriert. Es gab und gibt doch erstaunlich viele Menschen in meinem Leben und jeder war wichtig.

Die Dinge die ich an mir gerne ändern wollte, nannte ich liebevoll meine Baustellen. Von denen gab es einige. Ich habe mir gerade nochmal angesehen, was ich damals schrieb. Ich denke es beschreibt recht gut in welchem Zustand ich mich damals befand. Vielleicht erkennst du dich ja daran wieder. Deswegen folgt jetzt der komplette Text:

Das beste Coachingergebnis

Ich denke jetzt seit unserem Gespräch vor vier Tagen darüber nach, wie “mein Leben nach dem Coaching” aussehen soll. Aber ich finde kein Bild oder keine Vision wie es sein könnte. Ich sehe meine aktuellen Baustellen und ich weiß das ich dort gerne mit abschließen würde, um endlich ich selbst sein zu können. Wie sich das in meinem Leben äußern könnte, sehe ich noch nicht. Deswegen möchte ich an dieser Stelle ein wenig von diesen Baustellen erzählen:

Von Hochsensibilität habe ich vor ca 2 Jahren erfahren, als ich in meiner Lieblingsbuchhandlung
mal wieder in der Lebenshilfe Abteilung gestöbert habe. Nachdem ich das Buch verschlungen hatte, fühlte ich mich endlich verstanden und konnte Ereignisse aus meiner Vergangenheit unter diesem Aspekt endlich verstehen. Allerdings ging mir das Wissen um meine Hochsensibilität in den letzten zwei Jahren immer wieder verloren. Erst als meine Freundin mich daran erinnerte, fiel es mir wieder ein und meine “Probleme” machten wieder Sinn und ich konnte mich besser verstehen und unter diesem Aspekt auf mich eingehen.
Eine sehr große Baustelle ist also, dass ich mich selbst immer wieder in dem Ansturm von äußeren Eindrücken anderer Menschen verliere.

Eine weitere Baustelle ist meine innere Zerrissenheit. Ich hab selten eine feste Meinung
zu einem Thema. Ich nehme viele Blickwinkel ein und kann so Situationen unter den verschiedensten Aspekten betrachten. Ich mag diese Eigenschaft, auch wenn sie von den Normalos dieser Welt selten verstanden wird. Diese Blickpunktwechsel führen jedoch auch dazu das ich oft nicht weiß was ich von einer Sache denken oder halten soll. Und das macht mich unruhig und manchmal ganz verrückt.

Dann sind da noch meine Blockaden. Diese Baustelle begleitet mich wohl schon mein ganzes Leben. Besonders problematisch wurde es aber erst während der Ausbildung. Ich habe ständig irgendwelche Ideen oder ich entdecke neue Themen die mich interessieren, Dinge die ich gerne ausprobieren oder näher erforschen würde. Mit denen ich mich aber partout nicht beschäftigen kann. So als wollte ich durch eine dicke Gummiwand, die mich, wenn ich mich dem Thema nähern will, immer wieder zurückwirft und ich einfach keinen Anfang finde.

Als Beispiel möchte ich das Zeichnen nennen. In der Schule war Kunst ein Highlight. Ich besitze auch alle möglichen Materlialien und dutzende Bücher zum Thema. Und immer wieder kommt mir der Gedanke, dass ich doch endlich mal wieder etwas zeichnen möchte. Manchmal habe ich es schon geschafft. In diesen kurzen Phasen sind dann wunderschöne Bilder entstanden und ich denke dann immer “Na, ich kann es doch und es macht tierisch Spass. Wieso mache ich es dann nicht öfter? Wieso fällt es mir so schwer dabei zu bleiben und weiter zu machen?” Und so geht es mir mit so ziemlich allem. Dinge die mich begeistern oder auch nicht. Die ich aus eigenem Antrieb tun möchte oder die von anderen kommen.

Ich möchte endlich das tun was ich tun möchte!

Durch die eben genannten Blockaden bin ich dann deprimiert und blockiere mich soweit, das gar nichts mehr geht. Da fällt dann sogar das aufstehen schwer oder das was mir mal Spass macht fühlt sich unecht an. Diese Phasen fühlen sich an wie eine Depression, können allerdings von heute auf morgen verschwinden, jedoch genauso schnell wiederkommen.

Als eine ganz große Baustelle empfinde ich meine Gegensätzlichkeit. Da passiert es mir, dass ich mich genau entgegen meinen Mitmenschen verhalte. Aber auch das ist nicht konstant. Viel verstörender finde ich es aber, dass ich meine Meinung und mein Verhalten um 180° drehe. Ob Mutig/Ängstlich, Offen/Verschlossen, Aktiv/Faul, Anhänglich/Abweisend, Gefühlvoll/Eiskalt, Ruhig/Aufgedreht und das lässt sich noch eine Weile so fortsetzen.

In den letzten Tagen ist mir aufgefallen das ich immer alles richtig machen möchte. Ich möchte nicht anecken oder auffallen. Auf der anderen Seite rebelliere ich jedoch gerne. Das aber ziemlich still und leise. Wenn ich dann mal etwas tue oder mich äußere bekomme ich direkt Herzklopfen und ich brauch eine Weile bis ich mich wieder beruhigt habe. Dabei sind das Situationen, die an sich weder schlimm noch aufregend sind.

Diese Baustellen würde ich durch das Coaching also gerne in den Griff bekommen. Ich möchte endlich meine Fähigkeiten erkennen und mit meinem Leben loslegen. Ich möchte erleben. Ich möchte meine Gegensätzlichkeit verstehen. Ob man diese überwinden kann oder einfach annehmen ist mir gleich. Und ich möchte dem folgen was mich erfüllt und was ich liebe, auch wenn ich jetzt noch nicht weiß was genau das ist.

Und wenn ich mich dann selbst verstanden habe, kann ich vielleicht auch die Welt der Normalos besser verstehen und in ihr leben, oder mir noch besser meine eigene kleine Welt schaffen.

So ging es mir vor einem Jahr. Was soll ich sagen, vieles davon ist immer noch so wie damals. Nur macht es mir jetzt nichts mehr aus. Ich habe gelernt mit mir umzugehen. Wie es dazu kam, was ich da eigentlich gemacht habe und vor allem was das Coaching mir brachte, das gibt’s im zweiten Teil dieses Beitrags. Der hier wird sonst einfach viel zu lang.

> Endlich wieder ichselbst! – Ein Coaching steht an

< Scanner, nee oder?

Wie alles begann – Eine kleine Lebensgeschichte

3 Kommentare

  1. Liebe Anne…
    es ist unglaublich!!!
    Ich konnte den Text fast nicht so schnell lesen, wie ich das, was du geschrieben hast in mich aufsaugen wollte… sagenhaft, wie vieles von dem Geschriebenen auch auf mich zutrifft. In der Vergangenheit genauso, wie in der Gegenwart. Die ganzen Gefühle, die ich Jahrzehnte hatte… die kamen da wieder hoch und das war eine ganze Palette!!!
    Bin schon gespannt auf den zweiten Teil der Geschichte… *freu* 😉
    Lieben Gruss aus Düsseldorf von Bruni

  2. Nun – was soll ich sagen? Ich erkenne mich gerade zu 100% wieder… Und: Ich hatte mal in einem HS-Forum einen Thread aufgemacht mit dem Thema „Vergesst ihr manchmal eure Hochsensibilität?“. Daran musste ich beim Lesen deines Beitrags gerade denken. Man verliert sich von Zeit zu Zeit immer noch sich selbst…

    Was ich noch schreiben wollte: Ich finde deinen Blog richtig, richtig gut – ich konnte ein paar neue Dinge mitnehmen und freue mich über weitere Beiträge von dir. Aber: Lass dich nicht von außen unter Druck setzen, mach, wie du es für dich richtig fühlst 🙂

    Ach so – kennst du eigentlich Hermann Hesse? Könnte mir vorstellen, dass dich seine Werke faszinieren könnten 😉

    Ganz liebe Grüße,
    Julia

    • Selbst jetzt, wo ich fast ständig mit dem Thema zu tun habe, verliere ich mich noch aus den Augen. Zum Glück aber schon wesentlich weniger und es fällt mit eher auf 🙂

      Freut mich dass dir mein Blog gefällt 🙂 🙂 Ich bin auch sehr zufrieden damit.

      Eigentlich setzen mich meine eigenen Gedanken unter Druck 😉 Noch eine „kleine Baustelle“. Aber sonst würd’s auch langweilig werden ^^ Das böse Gehirn hat halt nichts besseres zu tun als immerzu zu denken… ich muss mal wieder mehr meditieren 😀

      Vom Namen her kenne ich ihn. Seine Werke allerdings nicht. Da werd ich mal schauen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.